Wichtigster Akteur für die Jugend im ländlichen Raum wird 75!

Niedersächsische Landjugend ist seit 1950 Sprachrohr in Gesellschaft und Politik
L P D – Endlich ist es soweit: Die Niedersächsische Landjugend (NLJ) kann ihr 75-jähriges Bestehen gebührend feiern. Nachdem das Jubiläum zum 70. Geburtstag 2020 pandemiebedingt nur virtuell begangen werden konnte, wird nun am 29. März 2025 in Bad Fallingbostel mit über 500 Gästen gefeiert. Unter dem Motto „Gemeinsam mit Herz und Hand“ laden die Landesvorsitzenden Martin Grubert und Ina Steveker Mitglieder, ehemalige Landjugendliche sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und befreundeten Institutionen in die Heidmark-Halle ein.
Mit mehr als 10.000 Mitgliedern in 220 Ortsgruppen ist die NLJ die größte Jugendorganisation im ländlichen Raum Niedersachsens. Sie vereint junge Menschen, bietet vielfältige Freizeitangebote, engagiert sich sozial und fördert junge Menschen, Verantwortung zu übernehmen und durch soziales Engagement etwas zusammen zu bewegen. „Auch unsere Agrarpolitik hat sich über Jahrzehnte hinweg zu einem zentralen Thema des Verbandes entwickelt“, erklärt Martin Grubert. Was einst mit der Förderung der sozialen Absicherung von Landwirten und dem Abbau von Bildungsnachteilen begann, ist heute eine fundierte politische Arbeit mit klaren Positionen auf Landes- und Bundesebene. „Wir bringen unsere Anliegen gezielt in die politische Debatte ein – sei es durch direkte Gespräche mit Entscheidungsträgern, Positionspapiere oder Netzwerkarbeit“, sagt Ina Steveker.
Die Wurzeln der NLJ reichen bis in die 1920er Jahre zurück, als erste Landjugendorganisationen in Niedersachsen gegründet wurden. Während des Nationalsozialismus verloren sie ihre Eigenständigkeit, doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Landjugendarbeit unter Persönlichkeiten wie Martin Döscher und Wilfried Hasselmann neu aufgebaut. Am 4. Juli 1950 wurde die NLJ von 20 Anwesenden offiziell ins Leben gerufen – mit dem Ziel, nicht nur agrarische Belange zu vertreten, sondern die gesamte Jugend auf dem Land zu fördern.
In den 1960er und 1970er Jahren ging mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel auch der Wandel der NLJ einher. Das traditionelle Bild des Landwirts veränderte sich, agrarpolitische Themen traten in den Hintergrund und die Schwerpunkte der Landjugend verlagerten sich auf Bildung, Freizeitgestaltung und persönliche Weiterentwicklung. In dieser Zeit wurden neue Seminarkonzepte eingeführt, um Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit und Mitbestimmung der Mitglieder zu stärken.
Die 1980er Jahre standen im Zeichen internationaler Kooperationen: Austauschprogramme mit anderen Landjugendorganisationen und entwicklungspolitische Projekte – etwa in Ghana – wurden ins Leben gerufen. Auch die berühmte „Niedersachsenfete“ während der Grünen Woche in Berlin nahm ihren Anfang. 1988 folgte die Gründung des Landjugend-Magazins (LaMa), das bis heute vierteljährlich erscheint.
Nach der Wiedervereinigung engagierte sich die NLJ im Aufbau der Landjugendarbeit in Sachsen-Anhalt. 1995 setzte die 72-Stunden-Aktion neue Maßstäbe für ehrenamtliches Engagement, ein Konzept, das bis heute besteht. In den 2000er Jahren wurde die Organisation weiter professionalisiert, neue Bildungsprogramme etabliert und die agrarpolitische Arbeit intensiviert. Die Gründung eines Agrarausschusses 2013 sowie moderne Kommunikationsstrategien prägten die 2010er Jahre. Heute bleibt die NLJ ein zentraler Akteur für die Jugend im ländlichen Raum. Die 128 Ortsgruppen, die sich 2023 an der 72-Stunden-Aktion beteiligten, die 700 verkauften Kartoffel-Sushi-Portionen auf der Grünen Woche oder die 68 angemeldeten Gruppen für das Ortsgruppen-Blind-Date 2025 sind lebendige Belege für das anhaltende Engagement. Die Niedersächsische Landjugend blickt optimistisch in die Zukunft – mit Herz und Hand! (LPD 23/2025)
Silke Breustedt-Muschalla
Redakteurin
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